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Beat Oggenfuss |
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| o07-1, 2007. Öl auf Leinwand, 65 x 95 cm |
Beat Oggenfuss * 1966 in Zürich 1988-90 Psychologiestudium (Grundstudium) an der Universität Zürich 1992–96 Studium an der Schule für Gestaltung in Zürich. 2001 Gründung des "Transeuropäischen Kunstnetzwerks" mit dem Künstler Ulrich Strube aus Leipzig. Im Rahmen dieses Netzwerks Ausstellungen in Leipzig, Dresden, Strassburg und Zürich mit Künstlern aus Frankreich, Italien, Tschechien, Polen, Deutschland und der Schweiz.
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In seinen neuen Arbeiten der Jahre 2006 und 2007 verzichtet Beat Oggenfuss ganz auf Buntfarben und entwickelt rein auf Schwarz-weiss bauende Bildgruppen, deren unterschiedliche Lichthaltigkeit einen unerwarteten Reichtum an Tonigkeit ergeben, kaum kompatibel für die Übermittlung mittels Internet, aber ein Sehereignis für den Betrachter, der sich Zeit nimmt und über die spähende Geduld eines Jägers verfügt oder in meditative Konzentration eintauchen möchte. So erscheinen, zusätzlich bedingt durch Position und Einstellung des Betrachterblicks, die Bilder von Beat Oggenfuss im Wechsel als grafische Verdichtungen oder als Malerei. Einzelheiten treten aus den nur scheinbar ungeordneten Liniengefügen hervor und verlieren sich wieder zugunsten der Gesamtschau eines von Bild zu Bild sich wandelnden Rhythmus. Bewegung und Schwung der Linien sind geprägt von einer unverwechselbaren Handschriftlichkeit und gewinnen schrittweise zunehmend an Dichte, in der die experimentelle Neugier des Künstlers und zugleich seine konsequente Entwicklung der letzten fünf Jahre abzulesen ist. JM
"Keines verbleibt in derselben Gestalt, und Veränderung liebend schafft die Natur stets neu aus anderen andere Formen..." (aus: Ovid, Metamorphosen). Beat Oggenfuss ist fasziniert vom Wandel der Gestalt, von der Fülle täglicher Veränderungen und dem Wechselspiel zwischen Individuum und Masse. Daher nutzt er dieses Zitat nach dem römischen Dichter Ovid als eine Art Motto für seine Arbeit als Ganzes. Ovids "Metamorphosen" handeln von mythischen, skurril-heiteren bis tragischen Transformationen von Menschen in Tiere und Pflanzen. Hierin, im Vorführen des steten Wandels der (äusseren) Form und Gestalt, trifft sich die künstlerische Arbeit von Beat Oggenfuss mit der antiken Dichtung. Stets setzt Beat Oggenfuss freie Formen, die er möglichst rasch setzt und damit bedeutungs- und assoziationsfrei zu halten sucht. In den Oelbildern fügen sie sich puzzleartig zu einer dichten, bewegten Oberfläche, in den Zeichnungen tragen sie für den Betrachter schrift- oder bildartigen Charakter. Nie jedoch sind diese freien zeichnerischen Formen wirklich interpretierbar, und immer halten Sie das Bildganze in Bewegung. Die Konzentration des Betrachters erlaubt jeweils nur Teile der wie in einem "All-over" behandelten Bildfläche aufs Mal zu erfassen, und so wandelt sich das Bild von Blickpunkt zu Blickpunkt. Dabei ist jedes Bild von eigenen, manchmal nur subtil abwichenden Form- und Repetitionsrhythmen bestimmt. Sie stehen als Ordnungsfaktor anstelle von Perspektive, die nur hin und wieder vermeintlich aufscheint, "eingebildet" durch die Wahrnehmungsaktivität des Betrachters, anhand derer er sich in den Bildern orientiert wie in einem wuchernden Wald, den er durchschreitet: Da sind immer neue Blätter, Stämme, Ranken, doch verschmelzen sie nach einiger Zeit zu einem Ganzen, dem "Bild" des Waldes, das er schliesslich beständig in sich trägt... Neben den Oelbildern entstehen seit 2004 grossformatige, pastellfarbige Zeichnungsblätter. Als "Mittler"zwischen diesen spielerisch erscheinenden Arbeiten und den Oelbildern ist eine Reihe schwarzliniger Monotypien auf braunem Papier aus dem Jahr 2003 anzusehen, die ebenso kurios wie archaisch anmuten. Eine Musikalität des Ausdrucks ist, neben dem gestisch Skripturalen, in allen Fällen markant. Musik ist für Beat Oggenfuss neben der Literatur ein wichtiges Stimulans bei seiner Arbeit. Seine neuen Arbeiten sind daher beim Hören sehr unterschiedlicher Musikwerke entstanden, ohne jedoch Interpretationen derselben zu intendieren. Sichtbar wird jedoch wie in Seismogrammen, wie sich das deutlich hervortetende, persönliche Repertoire an Formkürzeln, die weiter zwischen Bild und Schrift changieren, locker und schwebend oder in dichterer Folge und heftiger Bewegung entfaltet. In seinen neuesten, wiederum in einem Monotypie-Verfahren realisierten Arbeiten trägt zu der spezifischen Bewegtheit, neben den variablen Rhythmen innerhalb der einzelnen Bildelemente, besonders die Vielzahl der jeweils nur 12,5 cm im Quadrat messenden Bildfelder bei, die zu grossen Arbeiten gruppiert sind. RL (Text zur Ausstellung "Beat Oggenfuss - just in between", relate art, Mai 2006) |
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