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Hanna Werner |
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Hanna Werner * 1943 in Thayngen, CH
1976-82 Weiterbildung Schule für Gestaltung, Zürich 1994-99 Gasthörerin Uni Zürich (Philosophie und Deutsche Literatur) 1966-2004 Teilzeit-Lehrtätigkeit
Ausstellungen seit 1979 Mitglied Visarte Schweiz und Zürich
Gruppenausstellungen (Auswahl)
Quadrangel - mit dem nicht geläufigen Begriff für ein unregelmässiges Viereck hat Hanna Werner eine ihrer neuesten Werkserien benannt, die erneut und mit Konsequenz auf Farbe baut: Je Bild wird eine individuell unregelmässig viereckige Farbfläche auf die Grundierung des quadratischen Bildträgers gesetzt. Es folgen viele farbige Lasuren über die ganze Bildfläche, bis die aufgesetzte Farbform nicht mehr zur umgebenden Farbigkeit kontrastiert, sondern in ihr aufgehoben scheint. "Bis nahe an die Harmonie" treibt sie das, wahrt nur einen letzten Reflex der "Störung", wie sie die erste Farbe auf dem unberührten Grund bezeichnet. Wir sehen Versöhnungsprozesse - nicht illustriert, sondern mittels Farbe ausgeführt, subtil in den technisch nicht annähernd reproduzierbaren Farbwerten. Die zurückbleibende Irritation, Zeichen des durchlaufenen - manchmal mühevollen - Wegs, lässt Hanna Werner im Titel "Quadrangel" schliesslich auch lautlich und mit fein dosierter Ironie nachklingen. RL
Hanna Werners Arbeiten regen zum Anhalten und Innehalten an und machmal kommen sie wie ironisch gefärbte Aphorismen in Bildform daher, so etwa in der Reihe der "Halbheiten" oder in den rund 50 in dieser Ausstellung versammelten kleinen, farbigen Objekten, die sie, verteilt über sämtliche Wände eines Raumes, inszeniert als Spiel aus farbigen Quadern, ein Versteckspiel eigentlich: Denn in den monochromen Oberflächen erhascht erst der fein eingestellte Blick einfache, in die Malfläche geritzte lineare Zeichen, die Gegenstände repräsentieren welche einmal banal-alltäglich, andermal skurril-rätselhaft erscheinen. Text zum Raum von Hanna Werner in der Gruppenausstellung "On verra!", Galerie Commercio, 2005
Zwei Elemente bestimmen Hanna Werners Bilder und ebenso ihre Arbeiten auf Papier: Da sind – zum einen – die ausgedehnten Flächen der Farbe, die in vielen Varianten zwischen opaker Monochromie und subtiler Vielfarbigkeit zahlreicher Lasuren unter einem Leitton variieren, und da ist – zum anderen – ein als Streifen, Linie, Kurve oder Haken in diesen Farbraum eingreifendes Element. Dieses deutet der Betrachter im ersten Augenblick als Störung, Irritation, als "Zäsur" oder Schnitt im Kontinuum der Farbfläche, daher auch der Austellungstitel, den Hanna Werner gewählt hat. Aber diese "Schnitte" zerstören nicht. Im Gegenteil: sie sind von Hanna Werner so in die Bilder integriert, dass sie als notwendige Bestandteile erscheinen. Erst das kontrastierende Element der "Zäsuren" bringt die Farbflächen zum Glimmen, lässt sie fest oder vibrierend wirken. Hanna Werner integriert also mögliche Gegensätze, gleicht Störungen aus, balanciert, ohne jedoch die Spannung der unterschiedlichen Elemente aufzuheben. Einen anderen Weg nimmt sie bei den Übermalungen der Buchseiten. Sie löst Wörter, Satzfetzen aus dem Text heraus. Doch sind sie durch die Trennung vom Textzusammenhang nicht bedeutungslos geworden, sondern stehen nun in den oft vielfarbig durchscheinenden Malflächen. Wie herausgeleuchtet, mit der Lupe ins Zentrum gerückt, buchstäblich in ein anderes Licht getaucht. Die Farbstimmung ist nun der Handlungshintergrund der Wörter und Satzfragmente. Sie sind neu verankert in den Farben, die an die Stelle des grammatischen Satz- und erzählerischen Sinnzusammenhangs getreten sind. Zugleich transportieren die ausgesparten Wörter Fragen nach tieferen Daseinszusammenhängen; es öffnet sich in diesen farbigen Reflektionsräumen die Sphäre der Triebe, Konflikte und Wünsche. Zur Ausstellung "Zäsuren", Galerie Commercio, 2003
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