Hanna Werner
* 1943 in Thayngen, CH


Hanna Werner

* 1943 in Thayngen, CH


1963-66 Fachlehrerinnenseminar

1976-82 Weiterbildung Schule für Gestaltung, Zürich

1994-99 Gasthörerin Uni Zürich (Philosophie und Deutsche Literatur)

1966-2004 Teilzeit-Lehrtätigkeit


1996 Zwei Monate Studienaufenthalt in Berlin


1997 Zwei Monate Paris, GSMBA-Atelier, Cité internationale des Arts

Ausstellungen seit 1979

Mitglied Visarte Schweiz und Zürich


Lebt und arbeitet in Werrikon / ZH



Kontakt
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Einzelausstellungen (Auswahl)

2007   Quadrangel, relate art, Meilen
2003   Zäsuren, Galerie Commercio, Zürich
1998/99  

Zürich Finanz (Galerie Spiess), Zürich

1997   Auktionshaus Germann, Zürich
1995   Balance, Zürich
1993   Galerie Agi Schöningh, Zürich
1991   Galerie Kolin, Zug
    U-Galerie, Zürich
1989   Galerie Rehbock, Stein am Rhein
1986   Amtshaus, Kaiserstuhl

 

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2005   On verra, Galerie Commercio, Zürich (mit Gabriela Brühwiler, Georgette Maag, Gabriela Signer)
   

3 dimensional, Art Forum Ute Barth, Zürich

    Visarte Kozept Metropol, Zürich
2004   Visarte Fraumünsterstrasse, Zürich
2001  

Art Forum Ute Barth, Zürich

1998   Galerie G, Winterthur
    Espace provisoire, Zürich
1997   Citée internationale des arts, Paris
1996   Geistiges Erbe, Kulturamt Berlin
1995/96   Zürcher Inventar, Helmhaus Zürich
1994   Galerie Marie-Luise Wirth, Winterthur
1992   Galerie Rehbock, Stein am Rhein
1991   Kunstszene Zürich, Helmhaus Zürich
    Ernte, Schaffhausen
1982   Galerie Walcheturm, Zürich
1980   Strauhof, Zürich

 

Quadrangel - mit dem nicht geläufigen Begriff für ein unregelmässiges Viereck hat Hanna Werner eine ihrer neuesten Werkserien benannt, die erneut und mit Konsequenz auf Farbe baut:

Je Bild wird eine individuell unregelmässig viereckige Farbfläche auf die Grundierung des quadratischen Bildträgers gesetzt. Es folgen viele farbige Lasuren über die ganze Bildfläche, bis die aufgesetzte Farbform nicht mehr zur umgebenden Farbigkeit kontrastiert, sondern in ihr aufgehoben scheint. "Bis nahe an die Harmonie" treibt sie das, wahrt nur einen letzten Reflex der "Störung", wie sie die erste Farbe auf dem unberührten Grund bezeichnet.

Wir sehen Versöhnungsprozesse - nicht illustriert, sondern mittels Farbe ausgeführt, subtil in den technisch nicht annähernd reproduzierbaren Farbwerten. Die zurückbleibende Irritation, Zeichen des durchlaufenen - manchmal mühevollen - Wegs, lässt Hanna Werner im Titel "Quadrangel" schliesslich auch lautlich und mit fein dosierter Ironie nachklingen.

RL

 

Hanna Werners Arbeiten regen zum Anhalten und Innehalten an und machmal kommen sie wie ironisch gefärbte Aphorismen in Bildform daher, so etwa in der Reihe der "Halbheiten" oder in den rund 50 in dieser Ausstellung versammelten kleinen, farbigen Objekten, die sie, verteilt über sämtliche Wände eines Raumes, inszeniert als Spiel aus farbigen Quadern, ein Versteckspiel eigentlich: Denn in den monochromen Oberflächen erhascht erst der fein eingestellte Blick einfache, in die Malfläche geritzte lineare Zeichen, die Gegenstände repräsentieren welche einmal banal-alltäglich, andermal skurril-rätselhaft erscheinen. 

Text zum Raum von Hanna Werner in der Gruppenausstellung "On verra!", Galerie Commercio, 2005

 

Zwei Elemente bestimmen Hanna Werners Bilder und ebenso ihre Arbeiten auf Papier: Da sind – zum einen – die ausgedehnten Flächen der Farbe, die in vielen Varianten zwischen opaker Monochromie und subtiler Vielfarbigkeit zahlreicher Lasuren unter einem Leitton variieren, und da ist – zum anderen – ein als Streifen, Linie, Kurve oder Haken in diesen Farbraum eingreifendes Element. Dieses deutet der Betrachter im ersten Augenblick als Störung, Irritation, als "Zäsur" oder Schnitt im Kontinuum der Farbfläche, daher auch der Austellungstitel, den Hanna Werner gewählt hat. Aber diese "Schnitte" zerstören nicht. Im Gegenteil: sie sind von Hanna Werner so in die Bilder integriert, dass sie als notwendige Bestandteile erscheinen. Erst das kontrastierende Element der "Zäsuren" bringt die Farbflächen zum Glimmen, lässt sie fest oder vibrierend wirken. Hanna Werner integriert also mögliche Gegensätze, gleicht Störungen aus, balanciert, ohne jedoch die Spannung der unterschiedlichen Elemente aufzuheben. Einen anderen Weg nimmt sie bei den Übermalungen der Buchseiten. Sie löst Wörter, Satzfetzen aus dem Text heraus. Doch sind sie durch die Trennung vom Textzusammenhang nicht bedeutungslos geworden, sondern stehen nun in den oft vielfarbig durchscheinenden Malflächen. Wie herausgeleuchtet, mit der Lupe ins Zentrum gerückt, buchstäblich in ein anderes Licht getaucht. Die Farbstimmung ist nun der Handlungshintergrund der Wörter und Satzfragmente. Sie sind neu verankert in den Farben, die an die Stelle des grammatischen Satz- und erzählerischen Sinnzusammenhangs getreten sind. Zugleich transportieren die ausgesparten Wörter Fragen nach tieferen Daseinszusammenhängen; es öffnet sich in diesen farbigen Reflektionsräumen die Sphäre der Triebe, Konflikte und Wünsche.

Zur Ausstellung "Zäsuren", Galerie Commercio, 2003


 
   
   

Quadrangel - vier Bildobjekte der gleichnamigen, unbegrenzten Serie, 2007.

Öl auf Leinwand, je 40/40/4 cm.

   
   
 
o.T., ca. 50 Bildobjekte (Öl/LW u. Kaltnadel, je 13/13/4 cm), Ausstellung "On verra", Galerie Commercio, 2005 (Installationsansicht, Detail)
 
   
   

o.T. (zwei von rund 50 Bildobjekten) 2005, Acryl/LW und Kaltnadel, je 13 /13/4 cm

   
   
   
Aus der Serie "Zäsuren" , 2003. Acryl/Papier (Buchseiten), 12,5/20 cm
   
   
   
Ausstellung "Zäsuren", Galerie Commercio, 2003 (Installationsansichten)
   
   


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