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Katharina Henking |
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Katharina Henking * 1957 in Winterthur, CH 1975-80 1982 1984 seit 1991 seit 1995/96 seit 1996 Mitglied Künstlergruppe Winterthur seit 1998 Mitglied visarte
Kontakt Nächste Ausstellung: Frehner / Henking / Schenker, Oxyd, Winterthur 6.5. bis 29. Juni 2008
Gruppenausstellungen (Auswahl ab 1991)
Auszeichnungen
Risiko, Gefahr, Kindheit, zudem der Wunsch nach Respekt, Einsicht und Unversehrtheit spieln in der Arbeit von Katharina Henking eine wichtige Rolle. Ungestörtheit oder Harmonie sind jedoch nicht garantiert. Die Sinne sind, wie häufig auch die Figuren, gespannt; man spürt immer etwas und fühlt sich irgendwie auf der Hut. Die Beobachtung gleitet vom Zentrum an die Ränder: an die Konfrontationslinien. Hier gründet die vielfältige Verwendung der Silhouetten: mittels der Linie oder als flächige Form werden die Figuren aus dem Grund herausgelöst oder in ihm wie in einen leeren Raum gestellt. Die scharfen Kontraste vereinzeln das Individuum; zum Ornament gereiht, verschwindet es im Verbund des Musters. Seltsame, oft extreme Situationen verweisen auf einschneidende, existentielle Erfahrungen. Vom Rand der Form her sucht Katharina Henking mit Schere, Messer, Stift und Brenneisen den Vorstoss zu so allgemeinen wie individuellen Fragen des Daseins. RL
Katharina Henking spannt in ihren Bildern, die Figuration mit formaler Strenge und der Lust am Spiel mit der Form und deren Deutung vereinen, den Bogen zwischen intimer „Nahsicht“ und globaler „Fernsicht“, zwischen Schönheit, Schrecken und Verwunderung. Es finden sich Anspielungen auf politisches Zeitgeschehen und die weltweit vernetzten Vergnügen von Sport und Kultur. Daneben poetische Bildmotive, die romantischen Träumen oder privaten Idyllen entlehnt scheinen.
Aber sie sucht keine rhetorische Gesellschaftskritik. Vielmehr nutzt sie eine diesen Motiven eigene Ausdrucksqualität: Ornamente und alltägliche Motive bis hin zum "süssen" Rehlein signalisieren scheinbar Harmlosigkeit. Doch in der Ornamentalisierung durch Verdopplung und Reihung verwandelt sich das Einzelne, und so scheinen etwa die Silhouetten von Sportlern zu siamesischen Zwillingen zu verwachsen, oder die silhouettierten Figuren mutieren, überzogen von einem Muster kleiner weisser Striche, zu borstigen Gummipuppen oder einem flächendeckenden Code, in dem sich die Grenzen der Einzelfigur beinahe verlieren oder nur noch als Teil einer das ganze Bild bestimmenden Superstruktur existieren.
Katharina Henking entwickelt so alles aus ihrer sehr eigenen Ästhetik heraus. Wiederkehrende Gestaltungsmittel sind die scharfen Kanten der Silhouette, die kühlen, mal duftigen, mal dunstigen Graublaus der Weissübermalungen auf gemaltem Schwarz, Papiere, die durch Leinöl eine durchscheinend-wächserne, zugleich körperliche Präsenz erhalten, Frottagen und dazwischen sparsame Farben – Gelb, Rot – in gebrochenen oder stark aufgehellten Tönen. Durchzeichnungen und Frottagen sowie collagierte Papierschnitt-Teile erweitern das experimentell bestimmte Verfahrens- und Materialreservoir, zu dem auch der glänzende Acryllack zählt, den sie immer malerisch einsetzt. Der Pinselauftrag bleibt sichtbar, die Oberflächen erscheinen unter dem Glanz nicht künstlich glatt und versiegelt, sondern eher noch feucht, dadurch verletzlich und anziehend zugleich.
Das alles stellt die Formen klar heraus und schafft zugleich ruhige, rätselhaft verhaltene Atmosphären, in denen freundlich Träumerisches blitzschnell zum drückenden Alb umschlagen kann und wieder zurück zum ironischen Genuss an der Doppeldeutigkeit von Formen, in der sich die Uneindeutigkeit der Welt abbildet.
Mittels Herauslösen, Fokussieren, Kombinieren, auf den Kopf stellen, Verdoppeln, Umkehren schöpft Katharina Henking aus dem im Tagesgeschehen, in der Bilderflut der Medien verankerten Vorrat ihrer Bildmotive eine vielgestaltige, formal und inhaltlich vernetzte, zu einem eigenen Bildkosmos sich verdichtende Welt, so phantasievoll wie ökonomisch, so spannungsgeladen wie balanciert. RL
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