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Sonia Steidle |
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Sonia Steidle * 1962 in Freiburg i. Breisgau, D 1983-88 1988-89 2006 Arbeitsaufenthalt in Robert Wilsons 'Watermill Center', New York Lebt und arbeitet am Bodensee
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Lustvoll, farbig leuchtend, frisch und unbekümmert wirken die Pflanzenporträts von Sonia Steidle auf den ersten Blick. Man spürt die Freude, mit der sie ihre Modelle im eigenen Garten hegt, aber man erkennt auch an der Klarheit und Kraft der Linien, dass sie berühmte alte Darstellungen von Nutz- und Heilpflanzen wie etwa das "Kräuterbuch von 1543" des Leonhart Fuchs und andere, weniger bekannte und auch zeitgenössische Kompendien studiert. Dabei sucht sie die Wuchsformen und auch das oft verborgene, mikroskopische Antlitz der Gewächse, um diese dann so gross zu zeichnen und zu malen, dass die Struktur der Pflanze und das Ornamentale uns gleich stark in den Bann ziehen wie die üppige Farbigkeit. Ob in grossformatigen Bildern, auf nur heftgrossen Tafeln oder auf den einfachen Holzlatten verschiedener Höhe und Breite – den sogenannten "Pflanzenlatten" – Sonia Steidle gelingt stets ein doppelter Wurf: Trotz der jeweiligen Isolation der einzelnen Gewächse ist überall die Vitalität, die Üppigkeit der wuchernden Natur mit anwesend. Das Sinnliche der Formen ist immer spürbar, der nachschiebende Wachstumsimpuls im blossen Stengel unter der Blüte, die seltsame oder strotzende Erotik der Pflanze, ihrer Keimlinge oder Fortpflanzungsorgane... Die wohltemperierte Wollust der Farben, welche die Natur ausbreitet, begleitet Sonia Steidle meist durch einen monochromen, hier fein, dort kräftig kontrastierenden Farbgrund. Dies sind keine akademischen Pflanzenschnitte und keine sanftmütigen Blumenbilder, sondern farbige Kraftwerke analog zur Natur.
RL |
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